Kurz gesagt: Eine Dampfbremse begrenzt, wie viel Feuchtigkeit aus der Raumluft in die Wand diffundiert. In unserer Standardwand «NATURE 200 Putz» übernimmt die innere 15-mm-OSB-Platte diese Aufgabe und bildet zugleich die Luftdichtheitsebene. Stösse und Fensteranschlüsse verkleben wir im Werk, eine zusätzliche Folie braucht es nicht.
Raumluft enthält Wasserdampf, etwa vom Kochen oder Duschen. Im Winter ist es innen warm und aussen kalt. Der Dampf wandert dann von innen nach aussen durch die Wand. Kühlt er in der Konstruktion zu stark ab, kann er kondensieren. Feuchte Dämmung dämmt schlechter, und das Holz kann Schaden nehmen.
Eine Dampfbremse auf der Innenseite begrenzt diesen Feuchtestrom. Sie lässt nur so viel Dampf in die Wand, wie wieder austrocknen kann.
Die Begriffe werden oft verwechselt. Eine Dampfbremse verlangsamt die Diffusion, lässt aber eine geringe Menge Dampf durch. Eine Dampfsperre ist nahezu dampfdicht. Sie wird bei Aufbauten eingesetzt, die nach aussen kaum austrocknen können. Im Holzbau mit diffusionsoffener Aussenseite passt in der Regel das Prinzip der Dampfbremse. Welche Lösung richtig ist, hängt vom gesamten Wandaufbau ab.
Dampfdichtheit und Luftdichtheit sind zwei verschiedene Eigenschaften. Dampfdichtheit beschreibt, wie viel Wasserdampf durch ein Material diffundiert. Luftdichtheit beschreibt, ob Luft durch Fugen, Ritzen und Anschlüsse strömen kann.
In der Praxis ist die Luftdichtheit meist entscheidender. Durch eine undichte Stelle strömt warme Raumluft direkt in die Konstruktion. Sie bringt dabei deutlich mehr Feuchtigkeit mit als die reine Diffusion. Dazu kommt der Energieverlust, weil warme Luft ungenutzt entweicht. Eine sauber geschlossene Luftdichtheitsebene ist deshalb für ein energieeffizientes Holzhaus und eine dauerhaft trockene Wand zentral.
Unsere Standard-Aussenwand «NATURE 200 Putz» ist eine Riegelwand ohne zusätzliche Dampfbremsfolie. Auf der Innenseite sitzt eine 15 mm starke OSB-Platte. Sie ist Dampfbremse und Luftdichtheitsebene zugleich. Zwischen den Ständern blasen wir im Werk Zellulose oder Holzfaser ein.
Die Plattenstösse und Fensteranschlüsse verkleben wir ebenfalls im Werk, bevor die Elemente auf die Baustelle kommen.
Warum wir auf die Folie verzichten: Eine Folie ist eine zusätzliche Schicht, die beim Innenausbau leicht beschädigt wird, zum Beispiel durch Elektroinstallationen oder Befestigungen. Die 15-mm-OSB-Platte ist robust, ihre Stösse und Anschlüsse sind verklebt. So bleibt die Wand ohne zusätzliche Schicht dauerhaft luftdicht.

So sieht die Innenseite unserer Wände auf jeder Baustelle aus.
Nicht alle unsere Wände kommen ohne Dampfbremse aus. Bei unserer Öko-Wand ersetzt eine diagonale Rauschalung von 24 mm die OSB-Platte. Dazu kommt eine ökologische Dampfbremse. Welcher Aufbau passt, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Architekten.
Im Holzbau gilt ein bewährtes Grundprinzip: innen dichter als aussen. Die Innenseite bremst den Dampf, die Aussenseite lässt ihn hinaus. Gelangt doch etwas Feuchtigkeit in die Wand, kann sie nach aussen austrocknen.
Deshalb verwenden wir aussen keine OSB-Platte, sondern eine diffusionsoffene Platte. So nimmt die Dichtheit von innen nach aussen ab, und die Konstruktion bleibt trocken.
Wichtig: Nicht jeder Wandaufbau funktioniert so. Manche Aufbauten brauchen eine separate Dampfbremse, so wie unsere Öko-Wand. Die richtige Lösung hängt vom gesamten Aufbau ab und wird mit dem Architekten und der Bauphysik geplant.
Braucht jedes Holzhaus eine Dampfbremsfolie? Nein. Die Funktion der Dampfbremse kann auch eine Holzwerkstoffplatte übernehmen, wenn der Aufbau dafür geplant ist. Bei unserer Riegelwand macht das die innere 15-mm-OSB-Platte. Andere Aufbauten, etwa unsere Öko-Wand mit diagonaler Rauschalung, erhalten eine ökologische Dampfbremse. Das klärt die Planung.
Was passiert, wenn die Luftdichtheit fehlt? Warme, feuchte Raumluft strömt durch Fugen in die Wand und kann dort kondensieren. Das kann Dämmung und Holz schädigen. Zusätzlich geht Heizenergie verloren, und es kann zu Zugluft kommen.
Kann man in die OSB-Wand Steckdosen einbauen? Ja. Wir sehen innen eine Installationsebene vor. Leitungen und Dosen liegen darin, deshalb sind nur wenige Durchdringungen der luftdichten Ebene nötig. Wo doch eine nötig ist, wird sie dicht angeschlossen. Die robuste OSB-Platte ist dabei weniger empfindlich als eine dünne Folie.
Sie planen ein Holzhaus oder möchten unseren Wandaufbau prüfen? Kontakt aufnehmen.
Autor: Daniel Kinzner, Nature Holzbau AG, Widnau